Von Pontius bis Pilatus

#10 Angela Mygind: Die introvertierte Finfluencerin über ihren aussergewöhnlichen Karrierepfad

Season 1 Episode 10

Angela Mygind, auch bekannt als MissFinance vom Podcast Money Matters, zählt zu den einflussreichsten Business-Podcaster:innen der Schweiz. Die frisch gebackene MAS-Absolventin spricht mit Shiva Stucki-Sabeti über ihren aussergewöhnlichen Weg vom Buchhandel zur Selbstständigkeit, ihre Erfahrungen im MAS-Programm und ihre Erkenntnisse über Leadership. 

Angela gibt Einblicke, wie sie als Finfluencerin ihren Alltag und Social Media managt. Dabei geht es auch um die Frage, wie man als introvertierte Person in einer extrovertierten Welt zurechtkommt. Zudem spricht sie über die Bedeutung von Geld, Risikofreude und finanzieller Freiheit.

  • 3:25 Leadership, gute Führung und Selbständigkeit: Erkenntnisse aus dem MAS
  • 5:57 Vom Buchhandel zur Selbstständigkeit: Eine aussergewöhnliche Karriere
  • 8:13 Gute Führung: Empathie, Zeit und Interesse
  • 10:48 Miss Finance: Ein Blog wird zur Plattform
  • 14:48 Gipfelkreuzmomente und Stolpersteine
  • 19:52 Finanzbildung als Persönlichkeitsentwicklung
  • 23:04 Geld, Mindset und der Umgang mit Risiken
  • 28:58 Podcasts: Wissen nebenbei vermitteln
  • 36:00 Ausblick: Swiss Influencer Awards und neue Projekte

Von Pontius bis Pilatus ist ein Podcast des Instituts für Betriebs- und Regionalökonomie IBR. Hier gibt es Geschichten von Menschen, die sich auf einen Entwicklungsweg gemacht haben. Es geht um Wegmarkierungen, Stolpersteine und Gipfelkreuzmomente. Und wir wagen uns an «Wetterprognosen» - sprich Trends in unseren Kompetenzfeldern.

Dieser Podcast gibt Orientierung im Wegnetz der Wissens- und Weiterbildungslandschaft. Produziert im Podcaststudio der Hochschule Luzern Wirtschaft, am Fusse des Pilatus. Jeden Monat eine neue Folge, abwechselnd moderiert von Sebastian Huber und Shiva Stucki-Sabeti vom Institut für Betriebs- und Regionalökonomie, eurem Bildungspartner. Produktion: Fabio Sandmeier

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[0:00] Und jetzt ist die Challenge wirklich, man kann auch ausbrennen von etwas, in dem man Feuer brennt. Und das war schon mal eine Erkenntnis, die ich zuerst einmal höreste habe, dass du eigentlich dir selber mega viele Sachen zumutest, die deiner besten Freundin nicht zumuten oder deinem besten Freund. Montag ist Money Matters Tag, also Podcast Tag. Dienstag ist irgendwie Content Tag und so probiere ich es ein bisschen zu strukturieren und ich weiss ganz genau, am Dienstag, am Donnerstag und am Sonntag muss ich etwas auf Social Media posten. Also eigentlich sind die Finanzamt eine mega feste Persönlichkeitsentwicklung und man lernt mega viel über sich selber. Aber im Grossen und Ganzen die Werte, die hinter Geld stehen, dass eigentlich Geld für mich nicht das Wichtigste ist, sondern das Wichtige für mich ist eigentlich die Freiheit, die es bringt.

[0:48] Music.

[0:53] Von Pontius bis Pilatus, herzlich willkommen beim Podcast vom Institut für Betriebs- und Regionalökonomie, kurz IBR, hier an der Hochschule Luzern. Mein Name ist Shiva Stuck-Isabeti, ich bin Dozentin und Projektleiterin am IBR. Abwechselnd mit meinem Kollegen Sebastian Huber moderiere ich diesen Podcast und freue mich, dass ihr heute wieder reinhört. In jeder Folge machen wir uns mit unseren Gästen auf den Weg und entdecken spannende Aufstiege, Gipfelkreuzmomente, aber auch Stolpersteine oder Weggabelungen. Wir wollen von ungewöhnlichen Erfahrungen lernen, aber auch Wetterprognosen wagen und Orientierung bieten im Wegnetz der Schweizer Wissens- und Weiterbildungslandschaft. Auch heute habe ich eine spannende Persönlichkeitsgast. Herzlich willkommen, Angela Mugin. Hallo miteinander, danke für die Einladung. Schön, dass du da bist und dir Zeit nimmst. Trotz dieser strengen Zeit, die du hast, du hast anstrengende Tage und Wochen hinter dir. Wir hatten auch gar nicht einfach einen Termin zu finden, der uns bald nicht gepasst hat.

[1:54] Verzähl mir doch kurz, was hat dich gerade die letzten Tage beschäftigt und was daran hat dir besonders viel Freude bereitet? Das ist eine gute Frage, dass gerade das mit dem Freude bereiten, den wir nicht vergessen in dieser ganzen Sache, Es ist im Herbst immer einfach viel los mit Events, das heisst, ich bin auch gebucht für Events als Speakerin und das ist immer ein bisschen mehr, wenn dann das alltägliche Business so nebenbei läuft, ich habe einen eigenen Podcast, wo auch im Herbst jede Woche, also jeden Montag, kommt eigentlich eine neue Folge, wenn ich Sommerpause habe oder Weihnachtspause, und das habe ich halt beides gerade nicht, das heisst, das beschäftigt mich. Und dann ist heute Abend noch ein grosser Event, wo wir sicher dazu kommen, wo mich dann doch auch noch auf den Raub gehalten hat. Also alles in allem ein mega spannender Mix und mega interessant, was läuft. Es ist heute übrigens die zweite Podcast-Folge, die Woche auch zu Gast bin, also gestern auch schon eine gehabt und das ist alles mega cool, aber es kann ja dann doch manchmal ein bisschen viel sein.

[2:50] Und gleich noch mal, was sind so deine Höhepünkte oder freudigen Momente gewesen jetzt in dieser Woche? Ich glaube, mega gerne mache ich wirklich Podcasts. Das sind Highlights. Und dann hat die Abenteuer Award Show sicher auch ein Highlight. Ein Gutes wie auch ein Schwieriges, weil es natürlich auch immer ein bisschen Nervosität mit sich bringt. Aber du hast es vorhin, als ich es dir erzählt habe, schon sehr schön gesagt, eigentlich ist es auch ein Moment, wo man es geniessen sollte. Und ich glaube, das wird es dann schon sein, sobald ich da bin. Aber im Vorfeld bringt so etwas natürlich auch viel Aufregung mit sich.

[3:25] Du hast erst kürzlich an der Hochschule Luzern deine MAS in Leadership und Management abgeschlossen und mich nimmt Wunder, wenn du zurückguckst, welche Ereignisse sind dir in besonderer Erinnerung geblieben?

[3:39] Also etwas, was mich fest geprägt hat, würde ich wirklich so sagen, ist das Assessment gewesen, das wir so wie beim Leadership hatten, das ja zwei Tage intensiv sind, wo die Rückmeldungen auch lange nachgewirkt haben, die wir so übergekommen hat und den ich so ähnlich auch noch nie gemacht habe. Man muss dazu vielleicht sagen, ich habe mit 28 in meiner MAS angefangen und habe dann wahrscheinlich mit 29 oder knapp, ja 29 wahrscheinlich dann ein Leadership gemacht und habe zwar ein bisschen Leadership-Erfahrung gehabt, aber, Ich habe mich noch nicht so fest mit mir selber beschäftigt, wie ich es halt seither gemacht habe. Und das war wirklich etwas, was wahrscheinlich schon so in dem Moment völlig neu war für mich und darum auch viel ausgelöst hat. Und dann, ich glaube, grundsätzlich der Start, dass ich anfangen konnte, war ja bei mir nicht so einfach, dass ich einfach auch ein MAS machen kann. Kommen wir wahrscheinlich noch dazu, oder? Du darfst auch jetzt gerne etwas dazu sagen. Ja, ich habe keinen akademischen Hintergrund. Ich habe eigentlich eine höchste Ausbildung zu diesem Zeitpunkt. Berufsberufung als Direktionsassistentin hatte. Das heisst, ich habe eine Ausbildung, also meine Lehre als Buchhandlerin gemacht, in der Buchhandlung. Ich bin dort am KV in Winterthur in die Schule. Ich habe dann nicht so lange auf dem Beruf gearbeitet, habe im Reisebüro gearbeitet, und habe dann als Direktionsassistentin gearbeitet, ein paar Jahre bevor ich mich entschieden habe, einmal zu machen. Aber das heisst, ich musste natürlich eine sehr Dossieraufnahme durchlaufen. Ein paar Hürden gehabt, extra.

[5:07] Und ja, Oh, dadurch war es natürlich mega, mega cool für mich und mega aufregend, dass ich überhaupt loslegen konnte. Ich habe als Erster die CIS dann die Internal and Change Communication gemacht und das ist wirklich genau das gewesen, wo ich dann darauf gearbeitet habe, in einem Unternehmen, in einem grossen, internationalen Konzern, wo es natürlich immer Umbrüche gab und wo ich Kommunikation begleitet habe, wo es auch noch, interne Kommunikation in dieser Division gegeben hat, wo ich gewesen bin. Und ich glaube, da ist das schon so, wo ich reingelaufen bin und das jetzt gemacht habe, ist für mich schon so wow, mega krass. der Moment gewesen. Ich komme nachher dann sehr gerne, wie du richtig angekündigt hast, noch auf deine Arbeit zu sprechen. Noch eine Rückfrage zu dem MAS und dem Assessment. Was war so eine Erkenntnis über dich selber, die du gehabt hast, die du gefunden hast, wow, so habe ich das jetzt noch nie angeschaut?

[5:57] Also ich glaube, die Grösste ist, dass ich nach dem Leadership CIS gemerkt habe, ich möchte keine Führung übernehmen. Und das ist auch etwas, was natürlich jetzt bei meinem eigenen Business mega gut zu wissen ist, dass ich weiss, eigentlich möchte ich nicht ein Imperium aufbauen, sondern ich möchte es so gross halten, dass ich eben nicht muss dann mit Leuten die Führung übernehmen und das alles machen, weil es mir eigentlich wohler ist, wenn ich in meinem eigenen Zeug rummachen kann. Weil der CA ist natürlich ganz klar gezeigt, was hinter guter Führung steht und wie intensiv das ist. Wo wir vorher vielleicht das Gefühl hatten, ja, Führung macht ja jeder ein bisschen und das läuft nebenbei. Und dann einfach gemerkt hast du, nein, wenn du das richtig machst, läuft das nicht einfach ein bisschen nebenbei. Also dein Hauptinteresse ist, fachlich-inhaltlich zu arbeiten. Und vielleicht noch zu dieser Führungsfrage, was hast du dir gelehrt, oder ist auch deine Erfahrung aus deinem Arbeitsleben, was macht gute Führung aus? Was ist für dich so der Kern von guter Führung? Ich glaube, der Kern von guter Führung ist wirklich, dass man gerne Menschen hat und sich für sie interessiert. und sich Zeit nimmt dafür.

[7:04] Und ich bin eher introvertiert und ich bin eher so ein bisschen, auch etwas, was ich erst gelernt habe, ich bin kreativ, aber vielleicht nicht kreativ im Mal oder Zeichnen, aber mit Ideen und Sachen und ich mache hundert Sachen miteinander und die Struktur, die ich nicht habe, wäre wahrscheinlich schwierig dann für andere, um irgendwie darum herum zu arbeiten. Das heisst, ich müsste wie zuerst so fest mich selber organisieren, um andere Leute zu führen in einem Stil, den ich passend fände. Dass ich zum Beispiel gemerkt habe, für mich würde es viel Freude rausnehmen. Und das ist eben das, was ich aus dem Leadership CS mitgenommen habe. Wenn du Leute führst, geht es eigentlich immer in erster Linie um die Leute. Und du organisierst dich auch so ein bisschen drum herum. Und du nimmst dir die Zeit und du interessierst dich ehrlich für sie, was beruflich geht. Du willst eigentlich sie entwickeln. Du willst eigentlich, dass man als Team weiterkommt. Da kommt noch ein ganzes Team-Aspekt dazu, der ja auch funktionieren muss, wo man auch viel Arbeit reinsteckt. Und es braucht sehr, sehr viel Fingerspitzengefühl. Und eben darum, Fingerspitzengefühl hast du nicht einfach schnell nebenbei.

[8:13] Ich wechsle jetzt gerne zu deinem Arbeitsleben. Du hast bereits deine aussergewöhnlich, finde ich, Laufbahn beschrieben, von einer Buchhändlerin zu einer Direktionsassistentin. Wo schaffst du aktuell in welchem Unternehmen? Ich bin aktuell selbstständig und habe verschiedene Bereiche. Ich habe einerseits mein Finance.ch, wo meine Plattform für Finanzen mehrheitlich für Frauen ist. Das ist ein Blog, Instagram und ein Podcast, wo ich als Medien täglich habe und bespiele. Für die verschiedenen Kanäle. Und dann habe ich noch kleine Mandate nebenbei, wo ich auf Projektbasis als Assistentin noch arbeite. Aber das ist eher noch auf so ein bisschen Sicherheitsanker. Der grosse Teil ist eigentlich wirklich inzwischen Miss Finance. Okay, und seit wann bist du selbstständig unterwegs, Angela? Ja, das ist eine gute Frage. Es gibt nicht so eine klare Abgrenzung, aber vor vier Jahren, also eigentlich mitswert Corona, habe ich angefangen, meine Erfahrungen, die ich mit Finanzen gemacht habe, aufzuschreiben. Wir hatten alle viel Zeit und ich dachte, ja, als ich angefangen habe, hätte ich mir gewünscht, dass es verständliche Informationen für Frauen über Finanzen aus der Schweiz geben. Das hat es da nicht so gegeben.

[9:32] Gleichzeitig bin ich zurück auf das Land zu gehen und habe gemerkt, wie sich meine Freundinnen langsam finanziell abhängig machen, meistens durch Familiengründung. Ich habe wirklich gewusst, das ist ein grosses Thema. Je mehr ich mich damit befasst habe, umso wichtiger es wäre, dass man sich nicht finanziell abhängig macht. Irgendwie missionieren will man auch nicht. So ist das Thema eigentlich mehrheitlich bei mir geblieben, aber als Corona gekommen ist, habe ich gedacht, was machen wir jetzt? Lese man und all die anderen Sachen, Brotbach und so, ich bin nicht so häuslich.

[10:08] Ich habe dann den Blog gestartet und habe von Anfang an viel Instagram gemacht, weil ich einfach gewusst habe, ich muss ja die Zielgruppe erreichen, Und dann wurde das so eine Hassliebe mit dem ganzen Social Media. Genau, und das war vor vier Jahren.

[10:22] Also wirklich im Juni vor vier Jahren. Und dann nachher war das einfach wirklich ein Hobby. Etwas, das ich gestartet habe, ohne eigentlich Businessplan und Konzept und alles, was man ja gelehrt hätte. Sondern ja, wirklich einfach ohne Monetarisierungshintergrund. Und dann ist das Ganze so quasi drei Vierteljahr gelaufen. Und dann hat das Bundesgericht entschieden, dass Frauen in der Schweiz zu jedem Zeitpunkt nach einer Scheidung finanziell für sich selber aufkommen können. Also es gibt keinen quasi pauschalen Unterhalt mehr. Und das war dann medial recht gross. Und ich habe es gesagt, es hat in der Schweiz gar nicht so viele Frauen gegeben, die nicht aus der Finanzbranche sind und über das Thema reden. Und ich habe sehr viel mediale Aufmerksamkeit dann eigentlich durch das bekommen. Und so hat das dann wie einen rechten Schwung genommen. Ja, was war das? war, nur mal ein halbes Jahr später habe ich das Pensum reduziert. Dann bin ich schrittweise immer weiter runter, weil ich jedes Mal das Pensum reduziert habe. Dann habe ich wieder mal das Wochenende frei. Oder einen Abend. Und so war es nicht. Darum ist es dann wirklich so schrittweise. Ich bin wirklich reingerutscht in die Selbstständigkeit. Und darum gibt es kein genaues Datum, das ich nennen kann. Aber das ganze Baby Miss Finance ist eigentlich jetzt ein bisschen mehr als vier Jahre alt.

[11:38] Genau, du bist sehr erfolgreich in dem, das du hier machst. Wie du gesagt hast, mit Miss Finance gehörst du zu den bekanntesten, man nennt das Finfluencerinnen. Da habe ich auch neu gelernt, den Begriff, von der Schweiz. Und du hast auch bei den Swiss Podcast Awards im letzten Frühling den Preis für den beste Podcast in der Kategorie Wirtschaft gewonnen. Herzliche Gratulation auch dazu, Angela. Danke vielmals. Du hast gesagt, du hast eine Hassliebe zu dem ganzen Social-Media-Zirkus, würde ich das jetzt mal nennen. Kannst du das ausführen? Ja, es ist eben schon ein bisschen ein Zirkus.

[12:13] Podcast würde ich jetzt auch nicht dazu zählen. Aber sonst steht natürlich Social Media schon auch recht Zwang, sage ich jetzt. Du bist schon verpflichtet, häufig, regelmässig online Content rauszubringen. Das muss kreativ sein. Plattformen geben sehr viel vor, was gerade läuft, wie es läuft. Und gerade jetzt auf einem Thema wie Finanzen, wo sehr oft auch kurze Sachen schwierig sein können, weil man dann einfach mit zu wenigen Informationen auch schwierige Aussagen treffen kann, ist es manchmal extrem kompliziert, in 1,7 Sekunden, wo ja die Aufmerksamkeitsspanne heute ist, irgendwie die Leute abzuholen. Und gleichzeitig merkt man auch, es ist ja nicht wahnsinnig gut für den Kopf, zum Online-Seien mit der Schnelllebigkeit, dass Konzentration leidet. Und ich muss natürlich relativ viel dann doch auch online sein. Sehe, einerseits was läuft, es ist quasi Research, schon auch zum Online-Sein, aber eigentlich glaube ich, wenn ich das nicht beruflich machen würde, hätte ich inzwischen alle Plattformen gelöscht. Und ich verweigere mich aus dem Grund auch zum Beispiel TikTok, weil ich das Gefühl habe, das ist nur ein Rabbit Hole, wo ich dann Zeit verlöffeln würde.

[13:24] Und den Liebesteil, oder was schätzt du auch an dem? Mega, mega cool ist, dass es mir das Ganze überhaupt ermöglicht. Also, mein Business baut einen sehr grossen Teil auf dem auf. Ich verdiene damit Geld und ich habe so coole Leute auch kennengelernt, also ich habe Möglichkeiten gehabt, Menschen zu treffen, wo ich sonst nicht, wo hätte ich die getroffen, wo hätte ich die nicht, erstens mal nicht irgendwo angesprochen, als introvertierte Person ist das auch noch so ein bisschen eher schwierig, aber auch, wo würdest du überhaupt antreffen? Und ich habe wirklich mega coole Kontakte zu mega tollen, vor allem Frauen, die ähnliche Sachen machen oder einfach auch so aktiv unterwegs sind, wirklich coole, coole Sachen aus dem Boden halten. Und das ist der Teil, wo dann wieder der «Social Part» doch auch ein bisschen reinkommt. Wir beschäftigen uns oder interessieren uns da im Podcast immer auch für Gipfelkreuzmomente und auch Stolpersteierfahrungen. So auf der anderen Seite. Was sind deine persönlichen Gipfelkreuzmomente auf dem Weg als Missfinance? Ich glaube, der erste ist wirklich, wenn ich meinen eigenen Podcast rausgebracht habe, weil das so technisch und so doch eine rechte Challenge war. Das war irgendwie, ja, all das Equipment hatte, gewusst habe, wie man das schneidet und auflässt. Und auch etwas, das ich lange überlegt habe, bevor ich es mache.

[14:48] Das erste Mal, dass ich lange überlegt habe, bevor ich etwas gemacht habe. Genau. Und dann sicher der Podcast Award. Das war eine mega, mega coole Sache, die auch für mich ziemlich unerwartet war, dass ich das nicht gewonnen habe. Ja, und sonst.

[15:04] Sonst sind es wahrscheinlich schon einfach die Meilensteine, dass das Ganze wächst. Und dort ist es manchmal noch schwierig, das im Kopf zu behalten, dass es eben immer vorwärts geht, weil man sich ja dann auch so daran gewöhnt. Und dort notiere ich zum Beispiel manchmal auch so kleine Zwischenziele, dass ich irgendwie aufschreibe, so wie im Juli habe ich sonst so viele Ziele, Downloads hatte, habe ich sonst für Follower gehabt. Und das ist vor allem rückblickend etwas, was wir eben wieder reinhalten und sagen, hey, es ist eigentlich mega, mega cool. Gibt es auch Stolpersteierfahrungen, die du erlebt hast auf diesem Weg?

[15:40] Ja, definitiv. Also eine von den grössten, die ich eigentlich immer noch regelmässig wieder stolpern ist, du hast als Selbstständige dann keine Struktur im Tag. Du darfst dir das alles selber geben, musst aber auch. Und die Tendenz gerade wenn man pflichtbewusst ist und vielleicht, ich bin ja immer in einer Dienstleistungsrolle eigentlich gewesen, dass man so viele Sachen ja sagt, viele Sachen macht und ich mache es ja gern. Und dass es so tendenziell immer ein bisschen zu viel ist. Und das ist das, was ich am meisten damit strugglen kann. Eigentlich bis heute. Ich habe im Podcast im Januar vor meinem Jahr gesagt, ich suche jetzt ein Hobby. Weil das Schwierige ist ja, dass das Miss Finance ist aus einem Hobby entstanden. Das heisst, es ist für mich völlig klar, dass ich es immer am Abend gemacht, am Wochenende und in den Ferien und das hat irgendwann so viel Platz eingenommen, dass das mein einziges Hobby wurde. Also man kann sich so vorstellen, ich habe das in der Zeit, wo der.

[16:37] Bundesgerichtsentscheid war und wo das Ganze so langsam angefangen hat, wirklich Interesse zu erregen, habe ich gleichzeitig noch den CASBWL gemacht, was ja recht intensiv ist und 100% geschafft.

[16:51] Darum war es so klar, dass es einfach immer irgendwo Platz hatte. Und ich habe einfach gemerkt, ich habe gar keine andere Hobbys mehr. Und jetzt ist die Challenge wirklich, man kann auch ausbrunnen von etwas, woran man davor brunnt. Das war schon mal eine Erkenntnis, die ich zuerst mal höre. Aber noch schwierig ist so zum Umsetzen, weil ich es ja gerne mache. Wir hatten es vorher davon, eigentlich ist es bei mir heute mega ein volles Tag. Und gleich komme ich dann am Morgen noch zu dir und ich mache ja gerne und es macht ja mega viel Spass. Aber es kann natürlich dann trotzdem zu einem Gefühl führen, es ist viel und es ist gerade alles zu viel. Ja. Hast du ein Hobby gefunden? Nein. Also wenn ihr Ideen habt, könnt ihr gerne in die Kommentare notieren, was mögliche Hobbys von Angela könnten werden. Ja, sehr gerne. Also das ist wirklich ein Running Gag, leider.

[17:40] Und hast du Strategien gefunden, die dir helfen, dich abzugrenzen, vielleicht auch Gott sei Dank Nein zu sagen, vielleicht auch Prioritäten setzen oder etwas mal etwas weniger gut zu machen. Was funktioniert bei dir? Meine Struktur, als ich gedacht habe, das ist die uncoole Erkenntnis vielleicht. Am Anfang dachte ich mir, ich bin jetzt tot aus dem Ganzen, ich habe jetzt komplette Freiheit. Aber je mehr Struktur, als ich mir gebe, das trotzdem umso besser funktioniert, auch wenn das vielleicht nicht das ist, was dann so cool klingt oder wo ich denke, dass es das ist, was ich eigentlich möchte, merke ich, es funktioniert am besten. Das «Nein» sagen ist etwas, das ich regelmässig übe. Ich glaube, gerade wir Frauen haben vielleicht noch eine zusätzliche Challenge.

[18:26] Aber das natürlich, je mehr Wissen ich auch habe, ich umso mehr meine Werte kenne, das hilft mega. Und da kann ich vielleicht einfach als Tipp mit den Kontakten, die man gewinnt, offen reden, dass man auch weiss, wo kann ich mich einordnen, wie mache ich es? Und was mir zum Beispiel mega hilft, ist, dass wir so eine Austauschgruppe haben, wo wir dann auch WhatsApp-Chat haben und wenn manchmal eine Anfrage kommt oder so und ich schon weiss, eigentlich, das hätte ich ja nicht, das ist eh schon zu viel und dann zahlt es noch nichts oder wenig, sodass ich es manchmal auch dort hinein schicken kann. Und da komme ich Feedback rüber. Und das Spannende ist ja, dass du eigentlich dir selber mega viele Sachen zumutest, die deiner besten Freundin nicht zumuten würdest. Oder deinem besten Freund. Wo du jeder Person sagen würdest, nein, das machst du nicht. Und manchmal braucht es nur jemand von außen, der sagt, du weisst eigentlich, du sollst nicht. Und aus dem und dem Grund sagst du jetzt wirklich ab. Oder solche Sachen. Manchmal ist das noch schwierig, für sich selber zu machen. Da gibt es ja auch so Theorien, dass man sich einfach überlegen soll, dass man für ein alter Ego verhandelt, wo man einen anderen Namen gibt und es ist gar nicht für sich selber. Und ich muss wirklich so ein bisschen solche Tricks anwenden, dass es mir leichter fällt. Wie konkret schaffst du die Struktur in deinem Alltag? Ich habe wirklich festgelegt, was ich an welchem Tag machen wollte, so themenblockmässig. Montag ist Money Matters Tag, also Podcast Tag.

[19:52] Zinstag ist irgendwie Content Tag. Und so probiere ich es ein bisschen zu strukturieren. Und ich weiss ganz genau, am Dienstag, am Donnerstag und am Sonntag muss ich etwas auf Social Media posten. Am Montag kommt immer eine neue Folge. Also es ist wie so eine Routine durch die Deadlines, die ich selber gesetzt habe.

[20:10] Du hast uns bereits etwas erzählt über deine Motivation, wie es zu Miss Finance gekommen ist. Damit verbunden, auch welche Ziele verfolgst du? Wann findest du mal, das, was ich mache, ist sinnstiftend oder entspricht dem, was mir wichtig ist? Das ist so eine grosse Sache, so Sinnstiftung und es macht Sinn, was ich mache, aber ich glaube, vor allem durch Rückmeldungen komme ich die Bestätigung rüber und das ist ja dann irgendwie auch wieder schön an Social Media, dass es eigentlich sehr offen ist und dass du, direkte Rückmeldungen rüberkommst und, Jetzt in meinem Fall, ich sehr wohlwollend das auch erlebe, dass mega viele dankbare Rückmeldungen kommen. Mega viele Rückmeldungen, wo sie sagen, hey, es hat etwas bei mir verändert. Und das sind eigentlich schon die Momente, wo ich weiss, was macht. Eben Sinn, dass ich das mache und dass ich vielleicht manchmal auch noch eine extra Meile gehe und mir Mühe gebe und kreativ bin und versuche, die Frauen zu erreichen, die vorhin eben vielleicht die Finanzen nicht so spannend gefunden haben. Zu deiner Tätigkeit als Miss Finance. Ich habe noch eine Nachfrage zum Introvertierten. Wie kannst du das vereinbaren, deine Arbeit mit dem Persönlichkeitsanteil von dir? Das ist eine sehr gute Frage. Ich bin einfach sehr oft nachdem müde, wenn ich so Sachen mache, wo ich extrovertiert bin. Social Media, darf man nicht vergessen, dort zeigst du genau das, was du willst.

[21:37] Ein gutes Beispiel, ich war in der Ferie, das hat jetzt niemand gesehen. Auf Social Media einfach auch, weil die Wohnung allein daheim gewesen wäre. Also du wählst sehr genau aus, was du zeigst und wann. Das kann zeitversetzt sein oder einfach rein wirklich fachlich, inhaltlich. Also dort tut mir überhaupt nichts schwer, weil ich dort nicht das Gefühl habe, dass ich wirklich so viel von mir geben muss. Aber so Events und so, ich brauche einfach noch mehr Erholungszeit. Ich kann das sehr gut. Das ist dann wie ein bisschen auch eine Rolle, oder? Den man im beruflichen Kontext ja eh kennt. Davon muss man funktionieren, dass es geht. Aber was ich natürlich jetzt die Freiheit habe, neben der Struktur und selber einteilen, dass ich weiss, ich muss mir nachher mehr Pause einteilen oder gönnen. Das Gönnen ist manchmal vielleicht ein schwieriger Teil. Also wenn am Abend etwas ist, dass ich am nächsten Morgen sicher keine solche Sachen habe. Also keine Podcastaufnahmen, keine Meetings und auch okay ist, wenn ich dann am Morgen merke, es funktioniert jetzt gerade noch nicht so gut, mein Hirn ist noch nicht so wach und dort manchmal auch ein bisschen nett sein mit sich selber. Weil eigentlich war es ja am Abend vorher auch Arbeit, so in dem Sinn. Genau, das ist eigentlich die Gratwanderung, die ich dort mache. Ich habe von deiner Arbeit gelernt, dass Mindset und Risikofreude eine wichtige Rolle spielen beim Umgang mit den eigenen Finanzen. Kannst du das erklären, Angela?

[23:04] Ja, mit Geld haben wir sehr viele negative Glaubenssätze und das tut eben unser Mindset, also unser Umgang mit Geld mega fest prägen. Wie wir über Geld denken, tut halt wirklich direkt beeinflussen oder auch indirekt, ohne dass wir uns bewusst sind, wie wir das machen. Und mit den negativen Glaubenssätzen meine Sachen wie Geld verdirbt den Charakter, Geld macht nicht glücklich oder auch wenn dir immer gesagt wurde, du kannst nicht mit Geld umgehen, also so Geld zerrennt man zwischen den Fingern.

[23:37] Investierst nur für Reiche, die Börse ist wie ein Casino und die meisten von diesen Glaubenssätzen, alles was wir haben und uns so sagen rund um Geld, ist eigentlich eher negativ behaftet. Und das führt dazu, dass man dann manchmal das Gefühl hat, ja, eben Geld ist ja gar nicht so wichtig und ob ich mich jetzt darum kümmere oder nicht oder ob ich jetzt ein bisschen mehr verdiene, spielt eigentlich keine Rolle. Oder eben, dass man halt das unbewusst hat. Und es macht mega grossen Unterschied, weil eigentlich ermöglicht Geld uns, wie wir leben. Es ist die Grundlage dafür, was wir können machen, was wir vielleicht nicht können machen. Es ermöglicht uns die Freiheit, Entscheidungen zu treffen und es ist eigentlich nur ein Werkzeug. Und das muss man vielleicht ein bisschen ummodeln im Kopf, gerade auch dort wieder die Frauen, die vielleicht eher noch ein bisschen mitbekommen haben, zu performen, ohne jetzt gerade noch Geld zu fragen. Merkt man auch in den ganz vielen Frauenvereinen und Freiwilligen Arbeit, die ja mehrheitlich von Frauen getragen wird. Und wenn man den Teil halt alles monetarisieren würde, hat ja die Schweiz ein Problem.

[24:38] Aber es ist am Schluss so, dass wirklich die Entscheidungen oder die Sachen, die werden sehr jung, also nicht entscheidend, die dein Mindset wird zu ihr Jung geprägt, auch schon bei Kindern, so ab vier ist, man versteht das. Also auch wird das daraus, prägt, wie die Eltern sich verhalten, wie die Eltern mit Geld umgehen. Man sagt, das können wir uns nicht leisten und so. Das nennen Kinder sehr fest War.

[25:05] Und das führt dazu, wie du später mit Geld umgehst, wie du vielleicht Risiko einschätzt. Ich habe am Anfang auch gesagt, ich habe kein Risiko, überhaupt nicht. Das macht mir Angst und eigentlich hat das Wissen erst, das Risiko zu schlagen. Also die Angst, wo ich gemerkt habe, wie die Börse wirklich funktioniert, wie ich das Risiko managen kann, wie ich persönlich mit Risiko stehe. Und das ist so ein bisschen das Ausprobieren. Also man muss, glaube ich, schon ein bisschen Wissen sich aneignen. Das ist wahrscheinlich der erste Punkt. Oder zumindest bei mir hat das wirklich geholfen, dass ich dann nachher einschätzen konnte, okay, wenn ich das zehn Jahre lang mache, nimmt das schon Risiko raus, dann investiere ich nicht nur in ein Unternehmen. Also all die verschiedenen Komponenten. Und dann wirklich alles so ein bisschen ausprobieren, was mich zu Nacht lassen lässt, wann ist es für mich persönlich unangenehm. Also eigentlich sind die Finanzen mega fest Persönlichkeitsentwicklung. Und man lernt mega viel über sich selber. Es gibt einen Anteil in mir, wo ich so denke, ja, das kann ich alles nachvollziehen. Und das ist ja wahrscheinlich einer von diesen Glaubenssätzen. Das Geld ist ja nicht alles. Es ist ja nicht das Wichtigste. Oder ich möchte auch nicht zu grosse Unterschiede in finanzieller Hinsicht zwischen denen, die ganz viel haben und denen, die ganz wenig haben. Es gibt auch viele Herausforderungen oder Probleme. Was sind deine Gedanken dazu?

[26:21] Ja, absolut. Und das ist mega spannend. dass das z.B. Auch etwas ist, das mega fest in mich hineinprojiziert wird von aussen, dass mir Geld mega wichtig ist. Und da darf man nicht vergessen, das Finanzthema war mein Hyperfokus vor 6-7 Jahren. Inzwischen ist das zwar mein Business, aber ich bin an einem ganz anderen Ort. Und Geld ist eigentlich in meinem Alltag nicht mega, also mal im beruflichen Alltag präsent, aber im Privat ist es eigentlich nicht so mega wichtig. Präsent. Und ich spare wahrscheinlich nicht mega krass viel mehr als andere. Ich habe wahrscheinlich nicht mega viel die bessere Strategie als andere, aber ich rede einfach darüber. Und ich bin absolut, bei dir Geld ist nicht das Wichtigste. Ich glaube aber, dass Geld uns Sicherheit gibt, um auf diesen Aspekt zu kommen. Also zum Beispiel, wir sind vielleicht alle schon mal froh gewesen, wenn wir hätten können ein Erstklassen-Upgrade machen, weil wir einfach gerade irgendwie zu viel hatten. In einem grösseren Umfang vielleicht mal einen Job hätte verlassen können, wo es nicht mehr gepasst hätte. Und das alles ermöglicht Geld oder dass man eben auch eine Strategie hat, wo man weiss, meine Finanzen vermögen das, dass ich jetzt da kündige, ohne dass ich etwas Neues habe. Oder ich habe mich zum Beispiel aus der Weiterbildungsfreibarung rausgekauft.

[27:35] Und das Geld muss ich auf der Seite haben. Und das habe ich gehabt, weil ich da schon gewusst habe, ich mache da Rückstellungen und ich meine, mir das damit. Und das heisst nicht, dass man irgendjemand anderem etwas wegnehmen oder dass wir das andere nicht machen sollten und wir uns auf dem bereichern. Sondern im Idealfall würden das eigentlich alle machen, dass wir alle einfach aus dem Geld, das wir haben, so viel wie möglich rausholen. Man kann also sagen, dass sich die Bedeutung, die Geld von dich hat, auch verändert hat, im Rahmen der Auseinandersetzung, das du in den letzten Jahren mit diesem Thema gehabt hast. Ich glaube, Bedeutung in dem Sinne nicht, aber ich bin mir viel bewusster, weil ich mich viel mehr damit auseinandersetzt habe. Vorher ist es wie unterbewusst schon rumgezogen. Ich habe gemerkt, das, was ich eigentlich habe, die grossen Aspekte davon passen für mich. Dann gibt es eben ein paar, die ich sicher geändert habe. In dem Sinne, das soll Mieten werden. Das habe ich vorhin auch nicht gehabt. Es liegt einfach auf dem Sparkonto und der ganz vermehrende Teil war, ich gehe einfach arbeiten. Dort sicher. Aber im Grossen und Ganzen, die Werte, die hinter Geld stehen, dass eigentlich Geld für mich nicht das Wichtigste ist, sondern das Wichtige für mich ist eigentlich die Freiheit, die es bringt. Das habe ich einfach mega klar ausformulieren können. Ja, aber... Unbewusst war es vorher schon das. Ich komme gerne nochmals auf deine MIS zu sprechen. Du hast deine Abschlussarbeit zu gesponserten Podcasts im Finanzsektor geschrieben.

[28:58] Was aus diesen Erkenntnissen, die du dort gewonnen hast, findest du besonders interessant und möchtest du mit uns teilen? Es ging darum, warum Podcasts überhaupt. Dort war ein Teil, dass das Medium Podcasts Podcasts sehr viel jetzt gerade auch für Unternehmen bringen, um das Unternehmen nahbar zu machen. Und man wählt die Medien dann so aus, was bringt es mir? So ein bisschen ganz kurz zusammengefasst, was habe ich davon, wenn ich das konsumiere? Und jetzt gerade beim Finanzwissen, ganz praktisch, ist es ja so, dass ich vor allem mich an Frauen wenden, nicht nur, aber das Ganze ein bisschen mit der weiblichen Stimme überbringen, viele weibliche Expertinnen dabei haben. Und gerade bei den Frauen ist es so, dass sie oft jetzt nicht mega fest Lust auf das Thema haben. Es ist ein Thema, das natürlich als Trocken gilt. Und in einem Podcast, jetzt mal zu sagen, warum konsumiere ich den, das geht dann einfach nebenbei. Das ist das, was auch in der Arbeit gestanden ist.

[30:01] Ich kann dann eigentlich das verbinden, dass ich etwas mache, was ich sowieso muss machen. Und das ist sehr oft Sport, Kochen, Putzen, Autofahren, Pendeln. Und ich kann nebenbei noch ein bisschen Finanzwissen aneignen. Und das ist natürlich gerade jetzt in meinem Fall mega gut, weil die Frauen, wir haben sehr viel Schüsse auf dem Teller, haben drei Millionen verschiedene Hüte und dann komme ich halt auch noch und sage, hey, und jetzt musst du ja um deine Finanzen kümmern. Und ich verstehe, dass dann das viel sein kann und dass das auch nicht von heute auf morgen erledigt ist, das ist definitiv auch so. Aber mit einem Podcast kannst du halt dann wie jede Woche 30 Minuten Finanzwissen nebenbei konsumieren, weisst du ein bisschen etwas mehr und du hast es aber nicht, hinsetzen und dir das YouTube-Video reinziehen mit Grafiken und so oder irgendwie ein Buch lesen sogar noch, sondern da ist wirklich der grosse Aspekt, dass man on the go, wo immer es auch ist, noch etwas mitnehmen kann, das dich weiterbringt. Auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, so Podcasts als Format, wo man Informationen vermitteln oder sonst etwas überbringen als Marketingaktivität. Hast du Tipps für Unternehmen, wie Sie Podcasts in Ihrem Arbeitsalltag sinnvoll nutzen können.

[31:15] Also ein Unternehmen selber einen Podcast? Ja, genau. Es ist eine sehr gute Plattform, um das Wissen zu vermitteln. Für Unternehmen ist die Challenge ein bisschen, dass man die Hörer findet. Das ist für alle Podcaster eine Challenge. Aber für Unternehmen natürlich nur noch, dass die Promotion oder die Bekanntmachung, nicht Spotify oder Apple für dich, leider. Und man verdient auch nichts durch Spotify oder Apple. Das ist auch so ein Mythos, der leider rumschwirrt. Das ist definitiv nicht der Fall. Wo man aber als Unternehmen die Möglichkeit hat, sich einmal ein bisschen breiter zu präsentieren. Wir haben es gehört, Instagram ist 1,7 Sekunden, es ist extrem kurz. Wenn aber ein Unternehmen Podcast macht, dann hast du halt einmal 10, 20, 30, 40 Minuten Zeit, um coole Stories zu bringen. Da kann man auch Kombi machen aus Wissensvermittlung. Es kann Mehrwert in sie. Gleichzeitig zeigt man natürlich auch zeigen, hey, wir sind Fachpersonen, wir sind Thought Leaders, wir sind die Anlaufstelle für das und das Thema. Wichtig ist, dass es aber auch unterhaltsam ist, dass es gut produziert ist. Inzwischen hat man bei Podcasts auch ein bisschen höhere Ansprüche. Und dass es aber so gemacht ist, dass man es auch wirklich gerne hört.

[32:32] Weisst du eigentlich etwas darüber, wer erreicht wird mit Podcasts? Ja, es ist wahrscheinlich ein bisschen verschieden, aber tendenziell sagt man ein bisschen mehr Männer als Frauen. Also, dass Männer mehr hören, mehr Podcasts konsumieren. Dass es Leute sind, die sehr wissbegeidig sind. Sinn, das macht ja auch wieder Sinn. Und natürlich ein bisschen techaffin, wobei auch der Aspekt auf einem sehr tiefen Level ist, weil es ja mega einfach ist, zum Podcast zu hören, sonst eigentlich jeder dabei hätte. Aber von dem her auch eher ein bisschen jüngere Leute, also nicht 60 plus, sondern schon 100. Also es könnte durchaus auch zum Beispiel sich an potenzielle Mitarbeitende wenden oder so junge Leute interessieren für die eigene Organisation. Auch da würde es sich in diesem Fall eignen. Ja, definitiv. Und die Zahlen steigen ja jedes Jahr. Das ist mega spannend. Die Leute hören immer mehr Podcasts. Da gibt es auch Zahlen aus der Schweiz dazu. Sie hören regelmässig Podcasts. Viele, die Podcasts hören, hören wirklich sehr, sehr fleissig.

[33:40] Und definitiv, ja, also Mitarbeiter gewinnen. Man hat eigentlich inzwischen sehr viele Möglichkeiten. Es gibt auch interne Podcasts von internen Kommunikationen oder von grösseren Unternehmen. Da sind, glaube ich, durch die Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt. Und das muss man auch sagen, gerade wenn man es ohne Video macht, ist es ja eigentlich verhältnismässig vom Aufwand und technischen Mitteln, die man braucht, ist es eigentlich nicht so verrückt.

[34:05] Sebastian Huber, mein Co-Host und ich, machen ja hier diesen Podcast von Pontius bis Pilatus. Hast du uns noch Tipps, was wir beachten können, damit das gut gelingt? Das ist eine gute Frage. Es ist immer ein bisschen tricky bei Podcasts, weil sehr oft habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass du im Voraus einfach nicht weisst, was funktioniert und was nicht. Darum ist mein grosser Leitstand, sage ich mal, Spass haben bei der Sache. Dass es also nicht nur mit Orientierung macht, so «Oh, was können die Leute hören?» oder «Welchen hören?» oder «Was könnten sie spannend finden?» Sondern auch nicht vergessen, dass wir bei der Aufnahme auch Spass haben und spannende Geschichten erzählen, sonst einfach. Und dann, klar, kann man die ganzen Folgen probieren zu promoten, auch indem man den Gast einbindet, also wenn jetzt auch jemand zuhört, der sich das überlegt, man kann, gerade jetzt, wenn man in einem Bereich ist, wo es, sehr nischig ist, wo es Experten sind, dann auch schaue, dass die Experten die Episoden auch teilen.

[35:05] Das ist jetzt vielleicht schwieriger, wenn man irgendwie sagt, ja, ich tue einfach möglichst bekannte Leute interviewen, die haben dann vielleicht nicht so viel Interesse, das auch noch weit zu teilen. Aber gerade wenn man in einer Nische unterwegs ist und Leute einlädt, dann freut die sich meistens sehr fest, dass sie überhaupt eine Einladung bekommen und sind dann das auch bereit, auf LinkedIn oder wo auch immer noch zu teilen. Und so kann natürlich der Podcast dann auch wieder weitere Kreise ziehen, weil ich glaube, Zuhörer finden, das ist eine der grössten Challenges beim Podcast für alle, wo alle darüber redet. Und so kann man die Gäste auch mit ins Boot holen. Ja, und sonst eben wirklich einfach das nicht vergessen, dass es auch einfach Spass machen darf. Das kann ich mir sehr gerne ins Herzen nehmen. Und ich muss sagen, ich habe auch viel Freude dabei dürfen, jetzt mit dir mit Leuten zu reden, um mich in Themen vorwagen, wo ich mich nicht gut auskenne und spannende Persönlichkeiten wie dich kennen zu lernen.

[36:00] Wir befinden uns da im Podcaststudio von der Hochschule Luzern Wirtschaft in Luzern am Fuss von Pilatus. Mich nimmt jetzt Wunder, was steht bei dir als nächstes auf dem Programm? Du hast es schon angedünnt im Verlauf von unserem Gespräch. Wo genau führt dein Weg von da aus, Anna? Ja, es wird ein ganz aufregender Nachmittag und vor allem Abend. Ich bin an den Swiss Influencer Awards. Und zwar, weil ich in der Top 3 bin, in der Kategorie Business. Und ich habe vorhin schon gesagt, ich bin ein bisschen aufgeregt. Das ist ein bisschen, ja doch, auch nicht Teil von meinem normalen Alltag. Auch nicht Teil meiner normalen Umgebung.

[36:37] Darum bin ich sehr gespannt, was mich erwartet. Und aufgeregt, weil ich auf die Bühne muss. Aber du hast es so schön gesagt, eigentlich geniessen und mitnehmen. Und ja, das probiere ich dann. Und dich freuen, dass das, was du machst, so erfolgreich ist. Neben dem ist es ja auch noch dein Hobby. Ja, genau. Ich habe mich sehr gefreut, dass du bei unserem Podcast zu Besuch gewesen bist und euch von deinem Weg erzählt hast. Danke vielmals, Angela. Danke vielmals für die Einladung. Das ist die letzte Podcast-Folge von Pontius bis Pilatus im 2024 war und wir freuen uns, dass ihr uns zugelassen habt und uns gefolgt seid. Abonniert doch diesen Podcast, dann werdet ihr informiert, wenn wir im 2025 wieder on Air gehen. Über einen Kommentar zum heutigen Beitrag freuen wir uns über die IBR-Webseite oder die LinkedIn-Fokus-Seite vom Institut für Betriebs- und Regionaleekonomie. Mein Name ist Shiva Stuck-Isabeti. Vielen Dank fürs Zuhören. Und, wo immer euch ein Weg hinführt, er soll erkenntnisreich sein.

[37:42] Music.